Bermuda: Eldorado für Schatztaucher

Bermuda Ein Animateursjob auf Bermuda kann sich als Segen für die Haushaltskasse erweisen. Mit einer speziellen Tauchgenehmigung geht es zu den Wracks vor der Atlantikinsel auf Schatzsuche. Während früher alle Fundstücke als Eigentum des Staates betrachtet wurden, dürfen Abenteuerlustige nun die Hälfte behalten. Dass eine ganze Menge zu holen ist, gilt als sicher. Nirgendwo sonst auf dem Globus sind vor der Erfindung des Radars mehr Schiffe gesunken als rund um die Atlantikinsel.

Wer trotzdem nicht gleich auf Schatzsuche gehen will, kann sich aber auch ein Bild von der maritimen Vergangenheit der ältesten britischen Kolonie machen. Mehrere Tauchschulen bieten exzellente Touren zu den eindrucksvollen Wracks am nördlichsten Korallenriff der Erde an. Für jedes besuchte Wrack gibt es eine Urkunde mit Details zur Geschichte sowie einer Zeichnung vom Originalzustand des Schiffes. Unter Experten gelten die Tauchgründe vor Bermuda als einzigartig. Die Sicht im Winter ist kristallklar mit Weiten bis zu 60 Metern. Die Atlantikinsel zählt zu den saubersten Plätze überhaupt und ist lediglich sechs Flugstunden von London entfernt.

Für Segler vergangener Zeiten war die Idylle allerdings trügerisch. Das Korallenriff ist zehn Mal umfangreicher als das 57 Quadratkilometer große Bermuda in dessen Mitte. Ohne Radar und bei stürmischer See war die Berührung der Felsen fast unvermeidlich. Bis zu 1.000 Schiffe sollen in den vergangenen 500 Jahren gesunken sein, angefangen mit einem spanischen Erkundungsboot, das im Jahr 1503 als vermisst gemeldet wurde. 350 Wracks sind dokumentiert, mehr als 30 sind auch für Hobby-Taucher ohne große Probleme zu erreichen. Viele Schiffe finden sich in moderaten Tiefen zwischen zehn und maximal 26 Metern Tiefe.

Das älteste Schiff, das Tauchanbieter regelmäßig ansteuern, sank 1661. Die Überreste der “Virginia Merchant” liegen am Südstrand vor dem Sonesta Hotel in vier bis 15 Meter Tiefe. Berühmter dürfte die “Constellation” sein, die 1943 mit 2.000 Tonnen Ladung unterging und heute in nur zehn Meter Tiefe liegt. Das größte Wrack vor Bermuda ist die 150 Meter lange “Cristobal Colon”, die im Oktober 1936 sank. Für die “Transatlantica Spanish Line” fuhr sie als eines der luxuriösesten Schiffe ihrer Zeit. Alle Mitfahrenden konnten beim Untergang gerettet werden.

Dass vor Bermuda nicht nur Kanonen und rostige Anker zu finden sind, hat Teddy Tucker - ein Nachfahre des ersten Gouverneurs - bewiesen. 1955 brachte er von einem Tauchgang mehrere Hundert Gold- und Silbermünzen, Goldbarren sowie ein goldenes Kreuz mit sieben Smaragden ans Tageslicht. Die Wertsachen stammten von der 1621 mit 300 Tonnen Fracht gesunkenen spanischen “San Antonio”. Allein der Wert des Kreuzes wurde vom Britischen Museum seinerzeit auf 200.000 Dollar geschätzt. Tucker verkaufte den Schatz dennoch für nur die Hälfte an die Inselregierung. Teile davon sind heute im Bermuda Underwater Exploration Institute in Hamilton ausgestellt.

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